Elberfeld-Mitte Geschäfts-und Bürobauten 2003 Hartmann Architekten

Delphi Hauptverwaltung

Erläuterung der Architekten: Das Unternehmen Delphi beauftragte uns eine bestehende Gebäudegruppe zu einem einheitlichen Komplex zu erweitern. Er sollte von hohem repräsentativem Wert sein und unter hohen wirtschaftlichen Anforderungen optimale Arbeitsbedingungen für letztendlich 1200 Mitarbeiter bieten. Oder wie es der Auftraggeber ausdrückte: Ich will den Wow-Effekt, ein Grünkonzept und vor allem Bumps on seats!

Um sich den stetig verändernden Anforderungen des Automobilmarktes stellen zu können hat die Delphi Deutschland GmbH, Tochter des weltgrößten Automobilzulieferers, ihre gesamte Unternehmenskultur überarbeitet.
Teil dieser Neustrukturierung war die Zusammenlegung von acht regionalen Entwicklungs- und Verwaltungsabteilungen an einem Standort, mit der Absicht sie zu einem von drei Kunden-Technologie-Zentren in Europa auszubauen und um den Sitz der Europäischen Hauptverwaltung zu erweitern.

Das Unternehmen initiierte aus diesem Grund ein Gutachterverfahren für den Umbau und die Erweiterung eines bestehenden Gebäudes an der Technologieachse Süd auf Lichtscheid. Unter 16 Teilnehmern konnte Hartmann Architekten das Verfahren Anfang 2001 für sich entscheiden und in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und Nutzer entstand das nun fertiggestellte Gebäude.

Der vorhandenen H-förmigen Bürobau wurde in ein langfristige Gebäudekonzeption eingebunden, das zukünftige Erweiterungen berücksichtigt. Das nun realisierte Gebäude stellt den repräsentativen Kopfbau dieses Ensembles dar. Die Hauptfassade ist zur Betonung des Eingangs nach innen gezogen und bildet die Kulisse für eine großzügige, weithin sichtbare Vorfahrt.

Im Inneren wird das Gebäude durch die zentrale Eingangshalle geprägt, die beiderseits von offenen Büroetagen flankiert wird. Ihr markantestes Element, einem Möbel vergleichbar, ist der Erschließungsturm mit zwei Aufzügen und einer frei tragenden Treppenanlage. Über ihn erreichen die Mitarbeiter die einzelnen Geschosse und können auf kurzem Wege die Halle passieren. In seiner Bedeutung als Knotenpunkt ist er mehr als der logistische, er ist vor allem auch ein kommunikativer Mittelpunkt des Gebäudes. Man trifft sich, sieht einander und kann sich kurz miteinander unterhalten.

Für Delphi ist es wichtig, ja sogar eine betriebliche Notwendigkeit, Entwicklungsteams schnell und unproblematisch neu gruppieren zu können. Aus diesem Grund hat man sich bei der Wahl der Bürogrundrisse für offene Großraumbüros entschieden, was auch dem allgemeinen Wunsch nach wirtschaftlichen Arbeitsplätzen zugute kommt. Dank der zentralen Halle und der großen Hauptfassade steht diese Effizienz aber nicht im Widerspruch zu einer angenehmen Arbeitssituation. Die Büroflächen verfügen an nahezu jeder Stelle über einen hohen Anteil natürlichen Lichtes und einen freien Ausblick in die umgebende Landschaft und das reizvolle Gelpetal.

Für das Unternehmen Delphi ist das Gebäude und die damit einhergehende Zusammenlegung von Entwicklung und Verwaltung sichtbarer Ausdruck des eigenen Wandels und ein eindeutiges Bekenntnis zum Standort Wuppertal.

Hartmann Architekten

© Fotos: Delphi Hauptverwaltung / Unbekannt ·

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