Cronenberg Industrie und Gewerbe 2002 Heuser + Sprenger

Produktionsgebäude

Erläuterung der Architekten:

Gebäudezweck: Produktionsgebäude für die Herstellung von Schrauben und Nieten

Der Straßenname belegt den Stadtein- und ausgangscharakter.
Dies ist die wichtigste West-Ost-Achse der ehemaligen Stadt Cronenberg mit Anschluss an Solingen und das Rheinland, eine frühe Handelsstraße.
Der zur Verfügung stehende Grundstücksteil liegt im unteren Abschnitt des längshalbierten Grundstückes mit Begrenzung durch den Nachtigallenweg.

Halle und Büroräume sind unter einem Dach vereint, wobei die Anordnung des Grundrisses aus dem vorgegebenen Produktionsweg resultiert : Anlieferung, Produktion und Versand sind ebenerdig und linear angeordnet, woraus die Form eines langgestreckten Rechtecks entstand : knapp 19 Meter breit und über 110 Meter lang.

Als Gelenk zwischen Betrieb und Verwaltung dient die Eingangshalle im Südwesten, die sich mit den Sozialräumen direkt an die Fabrikationsabteilung anschließt. Das Fenster, das den ganzen Giebel ausfüllt, belichtet Halle und Büros und ermöglicht vom Aufenthaltsraum aus einen herrlichen Blick über die Landschaft. Denselben bietet das Leitungsbüro, das als Würfel die verglaste Giebelseite durchdringt.

Die geschwungene Dachform verleiht dem Gebäude Leichtigkeit, hat vor allem aber einen physikalischen Vorteil, da Rundbogendächer nach den Erfahrungen des Architekten ein günstigeres Luftströmungsverhalten zeigen.

Eine eingespannte Stahlkonstruktion aus Normalprofilen, im Achsabstand von 6 Metern aufgestellt, bildet die Basis der Hallenkonstruktion. An der Innenseite der Profile sorgen 20 Zentimeter dicke Betonfertigteilplatten für Schalldämmung und thermisches Speichervermögen.

Die Außenseite besteht aus Mineralfaserdämmplatten und fenstergroßen rechteckigen Metalltafeln in Aluminium natur. Trapezbleche, die von Binder zu Binder spannen, dienen als Dachkonstruktion und überspannen sämtliche Bereiche des Produktionsgebäudes.

Es wurde ein Zu- und Abluftsystem geplant, das je nach Raumtemperatur die Wärme entweder über motorisch öffenbare Fenster oder mechanische Abluftventilatoren aus der Halle befördert. Für ein angenehmes Arbeitsklima in den lichten Büroräumen im Verwaltungsbereich sorgen neben einem wirkungsvollen Sonnenschutz eine Umluftkühlanlage. Die benötigte Kälteleistung wird über einen Kaltwassersatz erzeugt, der außerhalb des Gebäudes aufgestellt ist.

Dr. Herbert Heuser

© Fotos: Von Beckfort / Steinprinz, Sigurd 2002 · Produktionsgebäude / Markus Steur ·

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