Langerfeld-Beyenburg Geschäfts-und Bürobauten 1998 Heuser + Sprenger

EDE Hauptverwaltung

Erläuterung der Architekten: Das Grundstück für das EDE-Gebäude liegt in einem nutzungsmäßig unterschiedlichen Gebiet : Es wird im Westen von der A1, einer der frequentiertesten Verkehrsadern Deutschlands, tangiert. Von ihrer Ausfahrt 93, Wuppertal Ost, ist es über die Dieselstraße sofort erreichbar. Wichtige Aspekte für weit emissionierende Werbung sowie Anlieferungsverkehr eines Handelsunternehmens sind somit gewährleistet. Der Eingang mit zweistockwerkshoher Halle dient als Rezeption und ist mit 13, mehr oder weniger großen, Verhandlungsräumen bestückt. Von der Eingangshalle aus und zum Gebäude sind symmetrisch, peripher, aber zentral von der Gebäudeachse aus angeordnet, die Erschließungsanlagen mit: Zwei Personenaufzügen für 16 Personen, zwei für 13 Personen. Einer der großen Aufzüge ist als Lasten- und Rettungsaufzug bestimmt. Er entspricht der Hochhausverordnung, und zwei Treppenanlagen, die der Hochhausverordnung entsprechend unmittelbar belüftet und belichtet sind.

In den Stockwerken je vier Toilettenanlagen, vom Vorraum aus zugänglich und ebenso natürlich belüftet und belichtet. Der Kern genügt nicht nur Sicherheitsvorkehrungen und -vorschriften eines Hochhauses, sondern bietet im einfachsten Falle eine Vierfachverteilung und damit flexible Vermietbarkeit pro Etage durch vier Aufzüge und vier Toilettenanlagen. Stockwerke als Multifuntkionsfläche sind geplant für Kombi-, Gruppen-, Zellenbüros, Gemeinschaftzone; Besprechungsräume und Meetingpoint sind mit Kaffeeküche zentral in der Gemeinschaftszone positioniert.

Aufgrund der Lage der vertikalen Verkehrserschließung sind sie in einzeln vermietbare Büros oder in je zwei zusammenhängende Flächen von ca. 325 qm oder vier voneinander unabhängige Büroeinheiten aufteilbar. Ferner: umwandelbar in Appartements bzw. Hotelanlage bzw. aufgrund Kantine und „Multisaal" als Rehaklinik oder dergleichen. Ebenso sind sieben Wohneinheiten mit Abstell- und Nebenräumen in den Kernzonen je Stockwerk einbaubar.

Fassaden werden aus kleineren und größeren Fenstern sowie Eingang Mehrzwecksaal als Großflächenfenster und in der Gebäudespitze als Doppelfassade gebildet. Die kleineren Fenster dienen der Be- und Entlüftung. Im Sommer sollen sie nachts die thermischen Speicherflächen (Betonkonstruktion) auskühlen. Tagsüber sorgt die natürliche Kühllast für angenehmes Raumklima. Energierückgewinnung geschieht aus Abluft der Küche und Kantine mittels Kompressoranlage.

Ein um 25% verminderter Energieverbrauch wird erzielt durch: Nutzung der Brennwerttechnik, Lochfassade, Wärmerückgewinnung durch Integration von Photovoltaikmodulen in den Fassadenpaneelen und Beschattungslamellen, also auch durch Verwendung erneuerbarer Energie. Der Nutzerkomfort und Niedrigenergieverbrauch wird auch erreicht durch Schaffung thermischer Masse, natürliche Entlüftung, Ausgleichssystem nur für Extremtemperaturen und intelligente Steuerungsstruktur. Der gesamte angestrebte Jahresheizbedarf beträgt rechnerisch ca. 15,2 KWh/qm und liegt damit 20 % unter dem maximal zulässigen Jahresheizbedarf.

Heuser + Sprenger

© Fotos: EDE Wuppertal / Sigurd Steinprinz 2015 ·

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