Elberfeld-West Mehrfamilienhaus 1934 - 1935 Hans Heinz Lüttgen

Wohnhaus

Das letzte von Lüttgen errichtete Haus in Wuppertal, das Mehrfamilienhaus im Briller Viertel, weicht vom formalen Repertoire der älteren Einfamilienhäuser deutlich ab. Auffällig ist die Mischung unterschiedlicher Gestaltungselemente, die an den Wohnhäusern zu einer hybriden Architektur geführt haben. Die dreigeschossigen Baukörper sind mit Satteldächern versehen und weisen zwischen erstem und zweitem Obergeschoss einen Rücksprung mit Pultdach auf. Lüttgen hat sich beim Entwurf auf traditionelle Wohnhausbauten bezogen und die schlichten Fassaden mit nur wenigen modernen Details aufgelockert. Die Erker an den Ecken der Baukörper besitzen Fensterbänder, die über Eck gezogen sind und die Treppenhäuser sind an der Fassade durch Rundfenster ablesbar. Die Die Ecksituation zwischen beiden Straßen ist durch eine dreifach rückspringende Staffelung mit gerundeten Ecken gelöst worden. Der formale Zwiespalt, der an der Wohnhausgruppe ablesbar ist, bekundet die veränderten politischen Verhältnisse in Deutschland seit 1933, vor der sich moderne Architekten wie Lüttgen nicht verschließen konnten, wenn sie weiterhin bauen wollten. jb

© Fotos: Wohnhaus / Sigurd Steinprinz 2007 ·

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