Elberfeld-Mitte Einfamilienhaus 1926 - 1927 Hans Heinz Lüttgen

Villa Dr. Grobel

In Wuppertal sind nur wenige Bauten im Stil und Geist des Neuen Bauens der 1920er und frühen 1930er Jahre entstanden. Innerhalb der vorwiegend regional geprägten Baukultur bilden vor allem die Einfamilienhäuser Lüttgens eine Ausnahme.

Das Landhaus Dr. Grobel war der erste Wuppertaler Bau des Kölner Architekten aus dem Kreis um Max Ernst und August Sander. Es lag frei von jeglicher Bebauung auf den Südhöhen Elberfelds mit Blick über das Tal. Die baulichen Formen folgen getreu dem Stil der avantgardistischen Bauten von Walter Gropius in Dessau und ähnlich gestalteten Häusern, wie sie z. B. 1927 in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart beispielhaft entstanden sind. Das Haus Dr. Grobel ist dreigeschossig und besteht aus gestaffelten kubischen Körpern, die durch die typischen, weit auskragenden Betonplatten differenziert sind. Die Fenster der Außenwände sind mit Betonrahmen gefasst und teilweisen über Eck gelegt worden. Auf den Flachdächern des Erd- und Obergeschosses befinden sich Dachterrassen. Das Haus ist heutzutage nicht unmittelbar einzusehen, da es hinter der jüngeren, straßenseitigen Bebauung liegt.

Im Zuge der Instandsetzung im Jahr 2007 wurde die ursprüngliche Farbgebung der Außenfassade rekonstruiert. In den 1970er Jahren eingebaute Bäder und Küchen wurden entfernt. Die neuen Bäder und die Küche im Erdgeschoss führen in der Auswahl der Objekte sowie in den Fliesenfarben und -formaten die ursprüngliche konsequente Gestaltung fort. jb/ Markus Rathke (Ergänzung zur Instandsetzung)

© Fotos: Villa Dr. Grobel / Steinprinz, Sigurd 1993 ·

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